Das JazzcoastOrchestra       
 



Acht Stimmen für "The voice"


Flensburg Nov 2017: Die Szene mit den Eiswürfeln im Jack Daniel's wäre es gewesen. Die Zuneigung Frank Sinatras zum Whiskey ist legendär. Der Sänger, Schauspieler und Entertainer soll stets vier Eiswürfel hinzugefügt haben..... Noch ein paar biographische Fakten, dann kommt die Show in Fahrt - und Leon Mancilla eröffnet sie sehr würdig. Lässig läuft der Sänger durch das JazzcoastOrchestra hindurch an den Bühnenrand. Der 24jährige Sänger ist der Jüngste der insgesamt acht Interpreten, die "The Voice", wie Frank Sinatra auch genannt wurde, an diesem Abend ihre Stimme geben. Unweigerlich gerät man ins Vergleichen: Wer singt am besten, wer bewegt sich besonders geschmeidig, wer verfügt über Grandezza. Leon Mancilla punktet mit markanter Stimme genauso wie Simon Glöde, der mit einer gewissen Attitüde "Come fly with me" tatsächlich etwas Schwebendes verleiht. Mit jungenhaftem Charme besingt Sebastian Gimm "The way you look tonight". 

Michel Nitschke bringt für "Strangers in the night" Entertainer-Qualitäten mit, Nick Heitmann schwingt sich "Cheek to cheek" in den Himmel auf. Routiniert und locker geben Axel Stosberg und Volker Dücker den Frankie Boy. Grandios: Guy Roberts' schlitzohrige Interpretation von "Mack the knife".

Ein Klassiker folgt auf den nächsten, hinter den Sängern dreht die Bigband mit Rainer Kleinlosen an der Front so richtig auf; saftige Bläsersätze dröhnen oder auch mal ein rotziges Trompetensolo. Dörte Juraschek und Bent Larsen erzählen viel Neues über Frank Sinatra (1915 bis 1998), auch über einen Mann mit Macken. Sie beschreiben den Sohn italienischer Eltern als empathisch, bescheiden, beliebt, berichten von seiner Einstellung gegen Rassismus und zur Mafia. Dem Ku-Klux-Klan galt Sinatra als "Niggerfreund Nummer 1". Der Zuschauer lernt die Frauen und Frauengeschichten kennen, seine Weggefährten, darunter Sammy Davis junior, das Rat Pack. O-Töne etwa von der Oskarverleihung versetzen in die Zeit. 

Musik und Moderation wechseln ab, sind kurzweilig, unterhaltsam und lehrreich. Sinatras Songmaterial ist vielfältig, präsent und vertraut - doch nichts geht ohne Frauen: Anna Brunner, Lena Mahrt und Sarah Petersen-Adigüzel überzeugen als Chor und als Solistinnen. Leon Mancilla hat schließlich die Ehre "New York, New York" anzustimmen - die anderen sieben Sinatras kommen dazu, das fantastische JazzcoastOrchestra tönt zum Finale.

(Antje Walther im Flensburger Tageblatt, Nov. 2017)



Ella, Frankie und das JazzcoastOrchestra in der Stadthalle in Niebüll am 6. Mai 2018, 19 Uhr

Das JazzcoastOrchestra gilt als das Swingorchester Schleswig-Holsteins. Besonders nach dem Riesenerfolg des großen Events "Flensburg singt Sinatra" findet es auch bei den nicht eingefleischten Jazzkennern große Beachtung. Dem Leiter des JCO, Rainer Kleinlosen, ist es gelungen, die besten Jazzmusiker des Nordens in seinen Reihen versammeln. Sie kommen mit viel Idealismus zu ihren wöchentlichen Proben zusammen, investieren mit viel Leidenschaft eine Menge Zeit und haben sich zwischenzeitlich zu einer zupackenden und beherzt swingenden Bigband entwickelt. Hier haben die sanft schwingenden Grooves genau so ihre Berechtigung wie die unerbittlich präzisen Einwürfe  des kompletten Ensembles in die fein gefühlte Lässigkeit des Swings. Wenn auch diese Musik aus den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammt, bleibt sie dennoch auch für die Zeitgenossen aktuell wie eh und je.

Das neue Programm des JCO widmet sich der Musik von Ella Fitzgerald und Frank Sinatra. Ihre Songs in Verbindung mit der Energie des JCO begeistern sowohl ein junges als auch ein älteres Publikum. Natürlich steht hier der große Count Basie Pate, der Ella und Frank in vielen Songs mit seiner Band begleitet hat. Die dynamischen Gegensätze und die Schönheit seiner immer lebendigen Musik werden vom JCO besonders tief nachempfunden.

Ella Fitzgerald und Frank Sinatra sind außer Zweifel die besten Swinginterpreten des 20. Jahrhunderts, ihre Virtuosität und swingende Variationsbreite bleiben unerreicht.  Als Ella und Frankieboy hat das JCO zwei ausgezeichnete Sänger gefunden.

Regina Ebinal ist eine fulminante Jazzinterpretin aus Hamburg. Als gebürtige Amerikanerin hat sie den Jazz in sich aufgesogen, und auf vielen Wegen ist sie im Norden Deutschlands gelandet. Ihre Intonation und ihr rhythmisches Feeling sind grandios, dabei bleibt sie so locker, wie sich das für den Swing gehört.

Michel Nitschke, u.a. Frontmann der Robby-Williams-Cover-Show, hat im vergangenen Herbst in "Flensburg singt Sinatra" als einer der acht Flensburger Sinatras das Publikum mit seinem großen Talent beeindruckt. Das JCO freut sich, ihn zusammen mit Regina Ebinal präsentieren zu können. Die beiden fühlen sich in ihre Vorbilder ein, bleiben aber immer noch unverwechselbar Regina Ebinal und Michel Nitschke und harmonieren seelenverwandt in ihren Duetten.

So heißt es dann am 6. Mai in der Stadthalle Niebüll "Ella meets Frankieboy". Regina Ebinal, Michel Nitschke und das famose JaazzcoastOrchestra zelebrieren ganz nah am Original und mit viel Spielfreude die bekanntesten Songs  von Ella Fitzgerald und Frank Sinatra.

Hörproben hier





"Flensburg singt Sinatra" - ein ganz neues genreübergreifendes Projekt des JCO

Flensburg singt Sinatra - es ist ein neues Projekt, das sich aus der Mischung von Ella-Fitzgerald- und Sinatra-Songs der letzten Konzerte ergeben hat. Nils, unser Tenorspieler, meinte, es gäbe so viele junge Talente auch in Flensburg. Schließlich stand der junge Flensburger Sänger Leon Mancilla in unserem Probenraum Sophiesminde vor der Band. Er sang zwei Sinatra-Songs mit einem unglaublichen Feeling, einem starken Einfühlungsvermögen und einer ganz präzisen Intonation. Hier zeigte sich eine junge Künstlerpersönlichkeit, die sich in die Jazzsongs einer Zeit einfühlen kann, die immerhin schon 60 bis 70 Jahre zurück liegt.

 Warum sollten wir nicht neben Leon viele Sinatras aus Flensburg zusammentrommeln? Andreas Fahnert, ein Flensburger Urgestein der Popszene und Mitbegründer von Santiano, hörte uns bei einer Probe und war begeistert vom präzisen und swingenden Sound des JazzcoastOrchestras. Seine Kenntnis der Szene brachte daraufhin acht Sänger aus Flensburg zusammen und diese sollten die mit viel Erfolg ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe "Flensburg Unplugged" im Audizentrum fortsetzen.  

 Ein vorwegnehmendes Resümee sei hier schon gegeben: Die Sänger, die aus allen möglichen Sparten der Popularmusik kommen, haben sich unglaublich in eine ihnen fremde Jazzwelt eingefunden. Da singen Singer-/Songwriters, progressive Popmusiker, Heavy-Metal-Musiker und Seemansrocker mit dem Jazzcoastorchestra zusammen. Das erste Mal vor einer geballten Bigband, das war eine ganz neue Erfahrung für sie und sie merkten: Diese Musik ist uns gar nicht so fremd. Und das JCO machte die Erfahrung, das diese Leute ungemein swingen können - ein Genre-übergreifendes Projekt also, bei dem wieder einmal Vorurteile abgebaut werden können: Rockmusiker können swingen, eine Swingbigband kann auch richtig rocken.

 Hinzu kommen drei Sängerinnen, die als Duettpartnerinnen unserer Sinatras und als Backgroundsängerinnen das ganze Projekt abrunden. Und zum Schluss singen sie auch noch einen groovenden Song von Ella Fitzgerald, mit der Sinatra so einige wunderbare musikalischen Begegnungen hatte.

 Und abschließend nochmals: Das ganze Projekt verdanken wir Andreas Fahnert! 

Weitere Infos über die Musiker finden Sie unter www.fl-singt-sinatra.de.

          

Wir versprechen: In dieser großartigen Show treffen sich -  ganz vorurteilsfrei - großartig aufspielende Swingmusiker mit Sängern und Sängerinnen einer der Swingmusik doch stark verbundenen Popwelt.